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Titelbild des Bresser Sky Guide Februar 2026.


Sky Guide Februar 2026

Der aktuellste Himmelführer zu planetarer und lunarer Aktivität, Kometen-News und Wundern des Weltraums.

Der Februar ist der kürzeste Monat, mit 28 Tagen – und verlängert sich nur in Schaltjahren auf 29, um den Kalender mit der Bewegung der Erde in Einklang zu halten. Der Gregorianische Kalender, eingeführt 1582, korrigierte Ungenauigkeiten des älteren Julianischen Systems. Schaltjahre erhalten diese Genauigkeit: 2024 war eines, weil es durch 4 teilbar war und nicht durch 100 – außer, es ist zusätzlich durch 400 teilbar. Das Jahr 2026 erfüllt keine dieser Bedingungen, daher bleibt der Februar ein normaler Monat mit 28 Tagen.

Die Kürze des Februars spiegelt wider, wie unvollkommen die menschliche Zeitrechnung zu den natürlichen Zyklen passt. Würde man nicht korrigieren, würde der Kalender nach und nach aus dem Takt geraten – sowohl mit der Erdrotation als auch mit ihrer Umlaufbahn um die Sonne. Das astronomische Jahr dauert etwa 365,242 Tage. Ohne Korrektur würde sich der Kalender allmählich verschieben – und irgendwann lägen Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen nicht mehr dort, wo wir sie erwarten.

Der Gregorianische Kalender wurde von Papst Gregor XIII. als Verfeinerung des Julianischen Kalenders von Julius Caesar eingeführt, der sich als zunehmend ungenau erwiesen hatte. Das zugrunde liegende Konzept stammte vom italienischen Wissenschaftler Luigi Lilio, der die Einführung jedoch nicht mehr erlebte. Schaltjahre mit dem zusätzlichen Februartag waren ein zentrales Element des neuen Systems und zugleich einfacher als die Regeln des Julianischen Kalenders. Trotz der Einführung 1582 übernahm Großbritannien den Gregorianischen Kalender erst 1752.

Die moderne Zeitmessung wird zusätzlich durch Schaltsekunden verfeinert – die jüngste wurde im Dezember 2016 eingefügt –, um Schwankungen der Erdrotation zu berücksichtigen, die etwa durch atmosphärische Effekte verursacht werden. Die Venus liefert ein extremes Beispiel für solche Effekte, denn ihre Rotationsperiode ist länger als ihr Jahr. Doch die Zukunft der Schaltsekunden ist begrenzt: … Doch die Zukunft der Schaltsekunden ist begrenzt: 2022 beschloss das BIPM, sie bis 2035 auslaufen zu lassen. Danach darf die Zeitrechnung leicht „davonlaufen“ und wird stattdessen nur noch alle 50 bis 100 Jahre per „Schaltminute“ nachjustiert. Welche Folgen das langfristig für Präzisionssysteme wie die Teleskop-Nachführung hat, ist noch nicht klar – zumal viele Anwendungen ohnehin auf GPS-Zeit setzen, die unabhängig von der Universalzeit läuft.

Das Sonnensystem

Die Sonne

Im Februar 2026 zeigt sich die Sonne weiterhin erfreulich aktiv, während der aktuelle Sonnenzyklus voranschreitet. Im vergangenen Monat gab es mehrere markante geomagnetische Störungen, die Polarlichter auch in mittleren bis hohen Breiten möglich machten. Das stärkste Ereignis ereignete sich in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar – das kräftigste seit den außergewöhnlichen Polarlichtern in sehr niedrigen Breiten am 10./11. Mai 2024. Der Peak war zwar nur kurz, sorgte aber für spektakulär schöne Polarlichter. Wer das erleben durfte, hatte zusätzlich Glück: Der Mond stand günstig, was Beobachtung und Astrofotografie deutlich begünstigte.

Laut Daten und Prognosen der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) lagen die Sonnenfleckenzahlen im Dezember 2025 leicht höher. Sie befinden sich weiterhin klar innerhalb der erwarteten mittleren Bandbreite für diese Phase des Sonnenzyklus 25. Damit liegt die aktuelle Aktivität fest im Rahmen langfristiger statistischer Erwartungen. Die regelmäßig aktualisierten Diagramme zur Entwicklung des Sonnenzyklus gehören zu den zuverlässigsten Möglichkeiten, um zu verfolgen, wie die gemessenen Sonnenfleckenzahlen im Vergleich zu den prognostizierten Trends liegen – und sie liefern einen nützlichen langfristigen Kontext, um kurzfristige Schwankungen einzuordnen. Wer das solare Tagesgeschehen genauer verfolgen möchte, findet in etablierten Quellen wie www.spaceweather.com sowie Michel Deconincks monatlichem Newsletter (Aquarellia Observatory Forecasts) wertvolle Einblicke in verschiedene Aspekte der Sonnenbeobachtung und den aktuellen Zustand unseres Zentralsterns. Sehr empfehlenswert ist außerdem die Anmeldung bei der AuroraWatch-App, entwickelt von der Lancaster University (UK), für alle, die frühzeitig vor bevorstehenden Polarlicht-Ereignissen gewarnt werden möchten.

Polarlicht über East Devon, Januar 2026. Bildnachweis: L Chadwick. Verwendung mit freundlicher Genehmigung.

Polarlicht über East Devon, Januar 2026. Bildnachweis: L Chadwick. Verwendung mit freundlicher Genehmigung.

Der Mond

Der Februar 2026 beginnt für den Mond im Sternbild Krebs – und damit relativ hoch entlang der Ekliptik. Gleich am 1. Februar ist Vollmond: Im Lauf der Nacht zieht er ostwärts und kommt dabei aus dem Grenzgebiet zu den Zwillingen herüber. Für Beobachter auf der Nordhalbkugel steht dieser Vollmond hoch am winterlichen Himmel, geht grob um den Sonnenuntergang auf und erst nahe Sonnenaufgang wieder unter. Mit bloßem Auge ein eindrucksvoller Anblick – durchs Teleskop allerdings eher weniger dankbar, denn bei Vollmond wirkt die Oberfläche im Teleskop schnell flach – Kontraste und Relief gehen weitgehend verloren. Deshalb gilt: Der Monatsanfang (und auch das Monatsende) ist keine besonders gute Zeit für Deep-Sky-Beobachtung oder Astrofotografie.

Nach dem Vollmond nimmt der Mond ab und sinkt aus unserer nördlichen Perspektive nach und nach entlang der Ekliptik tiefer. In der ersten Monatshälfte wandert er durch den Löwen und weiter in die Jungfrau; Dabei nimmt die Beleuchtungsphase Nacht für Nacht ab . Auf seinem weiteren Weg nach Osten quert er die Waage und erreicht damit die südlicheren Bereiche der Ekliptik.

Das Letzte Viertel fällt auf den 9. Februar: Der Mond steht dann in der Waage, geht erst spät am Abend auf und bleibt bis in die Morgenstunden sichtbar. Jetzt fällt das Sonnenlicht flach über den Terminator und lässt Krater, Berge und Ebenen besonders plastisch hervortreten – eine sehr lohnende Phase fürs Teleskop. Ein Wermutstropfen bleibt: Für die Nordhalbkugel steht der Mond dabei recht niedrig, was das Seeing häufiger ausbremst.

Nach dem Letzten Viertel wird aus dem Mond eine abnehmende Sichel. Er zieht durch den Schlangenträger und den Schützen, anschließend weiter in den Steinbock und den Wassermann. Dabei rückt er am Himmel immer näher an die Sonne heran und geht zur Monatsmitte im Dämmerlicht des Morgens unter.

Neumond ist am 17. Februar, der Mond steht dann nahe der Grenze zwischen Wassermann und Steinbock. Dann ist von ihm praktisch nichts zu sehen, der Himmel dafür am dunkelsten: die besten Bedingungen des Monats für Deep-Sky-Beobachtung und Astrofotografie.

Nach dem Neumond erscheint der Mond wieder als feine zunehmende Sichel am westlichen Abendhimmel. Von Tag zu Tag steht er nach Sonnenuntergang höher, zieht durch Wassermann und Fische und passiert dabei auch das Trio der tief stehenden Abendplaneten: Saturn, Merkur und Venus. Seine Beleuchtung nimmt dabei schnell zu, während er zurück in Richtung der nördlichsten Ekliptik wandert. Auf der Nordhalbkugel steuern wir damit auf die „hohe Frühlingssichel“ zu – und auch wenn der Mond in diesem Monat zur Sichelphase noch nicht ganz so hoch steht wie möglich, kündigen sich für die nächsten Zyklen sehr gute Beobachtungsbedingungen an.

Das Erste Viertel fällt auf den 24. Februar. Der Mond steht dann im Stier, auffällig hoch am Abendhimmel und geht ungefähr um Mitternacht unter. Auch hier lohnt der Blick durchs Teleskop wieder besonders: Entlang des Terminators zeigt die Oberfläche erneut viele feine Details.

In den letzten Februartagen wächst der Mond weiter, zieht vom Widder in den Stier und wandert zum Monatsende hin durch Zwillinge und Krebs. Zum Monatsende ist der Mond wieder deutlich zunehmend und mehr als halb beleuchtet, geht Abend für Abend früher auf und steuert auf den nächsten Vollmond Anfang März zu.

Die Mondsichel, Saturn, Merkur und Venus bei Sonnenuntergang, 19. Januar 2026. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Die Mondsichel, Saturn, Merkur und Venus bei Sonnenuntergang, 19. Januar 2026. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Merkur

Merkur taucht zu Beginn des Februars langsam am westlichen Abendhimmel auf, nachdem er Ende Januar bei der oberen Konjunktion auf der sonnenfernen Seite der Sonne stand. In den ersten Tagen steht er nach Sonnenuntergang noch recht tief und ist in der hellen Dämmerung nicht immer leicht auszumachen – trotz seiner Helligkeit von etwa -1,1 mag. Doch die Sichtbedingungen werden allmählich besser: Er gewinnt Abend für Abend für Abend klettert Merkur ein Stück höher über den Westhorizont – mit einem freien Blick nach Westen wird er dadurch zunehmend leichter auffindbar. So geht es bis in die erste Monatshälfte hinein weiter.

Der günstigste Zeitpunkt fällt auf die Tage um den 19. Februar. Dann erreicht der Planet seine größte östliche Elongation von der Sonne. Damit steht er abends am weitesten von der Sonne entfernt – rund 18° Abstand, was sich (bei etwa 51° nördlicher Breite) in einer Höhe von ungefähr 15° über dem Horizont bemerkbar macht. Rund um dieses Datum sind die Chancen am besten, Merkur an mehreren Abenden kurz nach Sonnenuntergang zu erwischen – vorausgesetzt, der Westhorizont ist frei und die Dämmerung ist weit genug abgeklungen. Er wirkt dann heller als viele Sterne nahe dem Horizont, bleibt aber natürlich deutlich unscheinbarer als die Venus. Zu diesem Zeitpunkt liegt seine Helligkeit bei etwa -0,4 mag, und er zeigt eine rund 7,2 Bogensekunden große Scheibe bei etwa 50% Beleuchtung.

Am Abend vor der größten Elongation, also am 18. Februar, stehen Mond und Merkur in der Dämmerung nah beieinander. Die schmale Mondsichel ist dabei ein praktischer Wegweiser, um den viel kleineren und lichtschwächeren Planeten zu finden. Diese Konstellation kurz nach Sonnenuntergang kann – bei passendem Himmel – ein schöner Anblick im Fernglas oder für Weitfeld-Aufnahmen sein.

In den letzten Tagen des Monats wird Merkur dann recht schnell schwächer und wandert wieder zurück in Richtung Sonne. Gegen Ende Februar fällt er auf eher enttäuschende +1,9 mag ab und verschwindet erneut in der Abenddämmerung.

Merkur bei größter östlicher Elongation, Sonnenuntergang, 19. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Merkur bei größter östlicher Elongation, Sonnenuntergang, 19. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Venus

Die Venus stand am 6. Januar 2026 in oberer Konjunktion – sie lief also, von der Erde aus gesehen, nahezu direkt hinter der Sonne vorbei. In dieser Phase war sie komplett im Sonnenlicht verborgen und von der Erde aus nicht zu sehen. Auch in den Wochen danach blieb sie der Sonne am Himmel noch zu nahe, um in der Abenddämmerung aufzufallen. Anfang Februar kommt sie zwar langsam wieder hervor, steht nach Sonnenuntergang aber weiterhin sehr tief in der Dämmerung. Mit einem flachen, völlig freien Horizont kann man sie in der ersten Monatshälfte eventuell kurz nach Sonnenuntergang erspähen – einfach ist das allerdings nicht und es braucht gutes Timing, bei mäßigen Bedingungen auch gern ein Fernglas. An ihrer Helligkeit liegt es nicht: Mit etwa -3,9 mag strahlt sie nach wie vor extrem auffällig.

In der Monatsmitte und besonders in der zweiten Februarhälfte vergrößert sich ihr Abstand zur Sonne am Himmel und wird im westlichen Abenddämmerungsbereich deutlich leichter zu finden sein. Sie erscheint dann wieder als klassischer, heller „Abendstern“ kurz nach Sonnenuntergang – steht aber noch nah am Horizont und geht bei fortschreitender Dämmerung rasch unter. Weil ihre Elongation im Laufe des Monats weiter zunimmt, sind die Abende Ende Februar aus mitteleuropäischen Breiten am günstigsten für einen entspannten Blick ohne Hilfsmittel – vor allem in der letzten Woche. Später wird Venus dann Abend für Abend höher steigen und sich wieder zu einem richtig dominanten Objekt am Abendhimmel entwickeln. Bis dahin brauchen wir noch ein klein wenig Geduld.

Venus bei Sonnenuntergang, 28. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Venus bei Sonnenuntergang, 28. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Mars

Mars kommt nach der oberen Konjunktion im Januar langsam wieder zurück, bleibt zu Monatsbeginn aber für längere Zeit praktisch unbeobachtbar. Und selbst bis Ende Februar wird es nicht wirklich viel besser. Mit etwa +1,2 mag ist Mars noch recht lichtschwach und geht aus mitteleuropäischen Breiten fast im Gleichschritt mit der Sonne auf – tief im Bereich der Wassermann-/Steinbock-Grenze.

Mars bei Sonnenaufgang, 28. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Mars bei Sonnenaufgang, 28. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Jupiter

Jupiter stand Anfang Januar 2026 in Opposition – und damit bleibt auch der Februar ein richtig starker Monat für die Beobachtung, zumal er (besonders von der Nordhalbkugel aus) weiterhin sehr günstig steht. Anfang Februar leuchtet Jupiter nach wie vor als eines der hellsten Objekte am Nachthimmel. Er steht nach Sonnenuntergang schon deutlich über dem Horizont und bleibt einen großen Teil der Nacht sichtbar – leicht zu finden im Sternbild Zwillinge.

Zu Monatsbeginn liegt seine Helligkeit bei etwa -2,6 mag: Damit ist er heller als alle Sterne (die Sonne ausgenommen) und ist selbst unter stark lichtverschmutztem Himmel problemlos zu sehen. Sein scheinbarer Durchmesser ist mit rund 45,7 Bogensekunden noch stattlich, sodass Jupiter schon im Fernglas oder im kleinen Teleskop als auffällige, helle Scheibe erscheint. Daneben stehen seine vier größten Monde – Io, Europa, Ganymed und Kallisto – wie aufgereiht zu beiden Seiten. Jupiter geht bereits am Nachmittag auf und erst weit nach Mitternacht unter; am späten Abend steht er im Süden am höchsten und bietet bei ruhiger Luft die besten Beobachtungsbedingungen.

Bis zur Monatsmitte nimmt seine Helligkeit nur leicht auf etwa -2,5 mag ab, während sein scheinbarer Durchmesser langsam kleiner wird, weil die Entfernung zur Erde allmählich zunimmt. In den Zwillingen dominiert er aber weiterhin den Abendhimmel und bleibt die meiste Nacht über dem Horizont. Aus mitteleuropäischen Breiten steht er am Abend, sobald die Dämmerung nachlässt, sehr bequem für teleskopische Beobachtung. Enge Begegnungen mit anderen hellen Planeten gibt es in dieser Zeit nicht – dafür schaut der Mond am 1. Februar sowie später am 26. und 27. Februar bei Jupiter vorbei.

Gegen Ende Februar bleibt Jupiter ein dankbares Ziel und ist aus mittleren nördlichen Breiten über viele Stunden hinweg gut sichtbar. Seine Helligkeit liegt dann bei etwa -2,4 mag, und sein scheinbarer Durchmesser ist nur wenig kleiner als zu Monatsbeginn (rund 42,8 Bogensekunden). Er geht am Nachmittag auf, steht am späten Abend hoch im Süden und geht erst in den frühen Morgenstunden unter– ein wunderbar langes Beobachtungsfenster. Am 27. Februar zieht der Mond in den Zwillingen dicht an Jupiter vorbei: Eine schöne Orientierungshilfe – und, je nach Himmel, auch ein attraktiver Anblick im Fernglas oder Teleskop.

Über den gesamten Februar hinweg machen Jupiters gleichmäßige Helligkeit und seine gute Höhe ihn zu einem der einfachsten Planeten für Beobachter in mittleren nördlichen Breiten. Der Große Rote Fleck und die Galileischen Monde liefern wie gewohnt ihre Transite. Zwei Beispiele: Am 11. Februar gibt es einen günstigen Transit von Großem Roten Fleck und Ganymed mit dem Maximum gegen etwa 20:30 Uhr (GMT) – das entspricht ungefähr 21:30 Uhr deutscher Zeit. Am 22. Februar folgt ein GRS- und Io-Transit gegen etwa 21:30 Uhr (GMT), also ungefähr 22:30 Uhr deutscher Zeit.

Jupiter, Mitternacht, 15. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Jupiter, Mitternacht, 15. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Saturn

Anfang Februar ist Saturn noch ein Objekt für die frühe Abendzeit, rückt aus unserer Sicht aber bereits spürbar in Richtung Sonne vor. Er steht inzwischen im westlichen Teil der Fische, nachdem er den Wassermann im Januar verlassen hat. Mit etwa +1,0 bis +1,1 mag ist er deutlich schwächer als Jupiter, bleibt in seinem Bereich des Himmes aber trotzdem das auffälligste Objekt. Aus mitteleuropäischen Breiten (um 51° N) ist Saturn kurz nach Sonnenuntergang zu sehen und erreicht seinen höchsten Stand noch während die Dämmerung ausklingt – allerdings niedrig im Südwesten. Auch am höchsten Punkt steht er nur etwas über 30° hoch; das Seeing spielt deshalb oft nicht mit – an ruhigen Abenden lohnt sich ein Versuch trotzdem. Weil Saturn schon vor dem späten Abend untergeht, sollte man ihn möglichst früh ins Visier nehmen, sobald der Himmel dunkel genug ist.

Zur Monatsmitte wird das Beobachtungsfenster dann spürbar kürzer: Saturn geht von Nacht zu Nacht früher unter und steht zunehmend in heller Dämmerung. An seiner Helligkeit ändert sich wenig (weiter um +1,1 mag), aber durch die geringe Höhe ist er anfälliger für Dunst und schlechte Transparenz in Horizontnähe. Ein kleiner Höhepunkt in der zweiten Monatshälfte ist die enge Begegnung mit Neptun, der ebenfalls in den Fischen steht. Am 28. Februar stehen beide nur etwa ein halbes Grad voneinander entfernt. Neptun ist fürs bloße Auge viel zu lichtschwach, aber im Teleskop ist das Paar interessant – beide passen in ein gemeinsames Gesichtsfeld bei geringer Vergrößerung. Die Konjunktion spielt sich allerdings sehr tief im Westen nach Sonnenuntergang ab und verlangt einen wirklich freien, klaren Horizont.

Ende Februar wird Saturn aus mitteleuropäischen Breiten zunehmend zur Herausforderung. Er bleibt zwar in den Fischen, geht aber inzwischen nicht mehr lange nach der Sonne unter, und seine Höhe am Ende der Dämmerung sinkt auf gut 20° oder darunter. Mit rund +1,0 mag ist er zwar weiterhin hell genug, doch die Kombination aus niedriger Höhe und hellem Abendhimmel macht die Beobachtung immer anspruchsvoller. Dazu kommt: Die Ringe stehen noch in einem sehr flachen Winke. Das lässt die Ringe weniger auffällig wirken und Saturn bei kleiner Vergrößerung eher sternähnlich erscheinen. Wer ihn jetzt beobachten will, braucht sehr gutes Seeing – und sollte es kurz nach Sonnenuntergang versuchen.

Im Februar 2026 ist Saturn damit kein abendfüllendes Schauobjekt mehr, ist aber vor allem zu Monatsbeginn noch einen Blick wert – besonders, wenn man die veränderte Ringgeometrie verfolgen oder seinen allmählichen Rückzug in Richtung Sonnenlicht beobachten möchte. Die Begegnung mit Neptun liefert einen zusätzlichen, feinen Akzent, insgesamt markiert der Februar aber klar die Schlussphase von Saturns Abenderscheinung für Beobachter auf der Nordhalbkugel.

Saturn und innere Monde, früher Abend, 13. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Saturn und innere Monde, früher Abend, 13. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Uranus und Neptun

Von den beiden äußeren Eisriesen ist Neptun das deutlich anspruchsvollere Ziel – am besten nimmt man ihn gleich zu Monatsbeginn ins Visier. Anfang Februar steht er in den Fischen und noch relativ nah bei Saturn: Der Abstand liegt bei knapp unter 1,5°. Damit ist Saturn (solange er noch günstig steht) ein praktischer Wegweiser. Platziert man Saturn im typischen Fernglas-Gesichtsfeld eher unten rechts, findet sich Neptun oben links als sehr schwacher, sternähnlicher Lichtpunkt. Mit rund +7,9 mag und einer Scheibchengröße von nur etwa 2,3 Bogensekunden ist Neptun außerhalb der Sichtbarkeit fürs bloße Auge; mindestens ein Fernglas ist nötig, und um wirklich sicher zu sein, dass es ein Planet ist, hilft ein Teleskop. Wer farbempfindlich ist, erkennt mitunter einen ganz zarten Blaustich. Anfang Februar sind die Chancen am besten, weil Neptun nach Sonnenuntergang noch hoch genug über dem Südwesthorizont steht, bevor er in die dickeren Luftschichten in Horizontnähe absinkt.

Rund um die Monatsmitte schrumpfen die Beobachtungsmöglichkeiten für Neptun deutlich. Seine Helligkeit ändert sich zwar kaum, aber am Ende der Dämmerung steht er merklich tiefer – und damit schlagen schlechtes Seeing und die stärkere Lichtabschwächung in Horizontnähe stärker zu. Gerade um diese Zeit ist auch die Nähe zu Saturn am interessantesten, weil beide in den Fischen im selben Himmelsbereich stehen. Neptun bleibt dennoch selbst unter guten Bedingungen eine kleine Herausforderung fürs Teleskop. Beobachten sollte man jetzt möglichst früh nach Sonnenuntergang – idealerweise von einem Platz mit wirklich freiem Westhorizont.

Ende Februar verschwindet Neptun kurz nach der Dämmerung – aus Mitteleuropa wird er damit zur echten Herausforderung und rutscht damit für die meisten Beobachter bis zu seiner Rückkehr an den Morgenhimmel im Laufe des Jahres praktisch aus dem Fokus. Technisch ist er noch erreichbar – in der Praxis hängt ein Erfolg aber zunehmend von sehr guter Transparenz und gutem Timing ab.

Uranus ist im Gegensatz dazu den ganzen Februar über sehr gut platziert und der dankbarere der beiden äußeren Planeten. Er steht im Stier, etwa fünf Grad südlich der Plejaden – ein hervorragender „Wegweiser“ fürs bloße Auge, um das Gebiet zu finden, in dem er residiert. Mit etwa +5,7 mag wäre Uranus unter wirklich dunklem Himmel theoretisch sogar mit bloßem Auge beobachtbar, in der Praxis braucht man aber meist ein Fernglas, um ihn als schwaches „Sternchen“ im Feld herauszupicken. Im kleinen Teleskop zeigt er sich dann als winziges, blass blaugrünliches Scheibchen (rund 3,6 Bogensekunden), das sich bei moderater Vergrößerung von den umgebenden Sternen unterscheiden lässt.

Anfang Februar steht Uranus schon ordentlich hoch, sobald es richtig dunkel ist, und lässt sich am Abend ganz entspannt beobachten. Weil er auf der Ekliptik vergleichsweise weit nördlich liegt, schaut man auf der Nordhalbkugel durch weniger „dicke Luft“ als bei Neptun. Um die Monatsmitte erreicht Uranus seinen höchsten Stand bereits am frühen Abend – ungefähr gegen 19 Uhr deutscher Zeit.

Auch zum Monatsende bleibt Uranus ein hervorragendes Abendziel, auch wenn er von Nacht zu Nacht etwas früher untergeht. Helligkeit und scheinbare Größe ändern sich im Februar kaum, und er lohnt sich sowohl fürs Fernglas als auch für kleine Teleskope. Albedo-Details auf der Planetenscheibe selbst sind etwas für große Öffnungen und sehr ruhige Luft – als zugänglicher „Außenplanet“ bleibt Uranus aber noch lange interessant, auch wenn Neptun schon in der Dämmerung verschwindet.

Relative Position von Uranus und Neptun, astronomische Dämmerung, 14. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Relative Position von Uranus und Neptun, astronomische Dämmerung, 14. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Kometen

Im Februar 2026 gibt es aus mittleren nördlichen Breiten im Grunde nur einen Kometen, der hell genug sein dürfte, um überhaupt als Beobachtungsziel in Frage zu kommen: C/2024 E1 (Wierzchos). Andere bekannte periodische Kometen sind entweder zu lichtschwach oder stehen im Februar die meiste Zeit ungünstig.

Anfang Februar steckt C/2024 E1 noch weitgehend im Glanz der Sonne und ist von den meisten nördlichen Beobachtungsplätzen aus zunächst kaum erreichbar. Er hat sein Perihel erst kürzlich passiert (seinen sonnennächsten Punkt um den 20. Januar) und steht nach Einbruch der Dunkelheit sehr tief im Südwesten. Außerdem sieht es so aus, als würde seine erwartete Helligkeit Anfang Februar bereits unter frühere Prognosen rutschen: wahrscheinlich etwa bei +6 bis +7 mag oder noch schwächer. Unter sehr dunklem Himmel reicht für C/2024 E1 gerade noch ein Fernglas. Tief in der Dämmerung nahe dem Horizont – besonders aus höheren nördlichen Breiten – wird die Beobachtung jedoch schnell sehr schwierig. Wer einen wirklich dunklen Standort und einen freien Südwesthorizont hat, kann ihn eventuell kurz nach Sonnenuntergang mit Fernglas oder kleinem Teleskop erwischen, sobald er sich ein wenig aus dem Dunst am Horizont herausarbeitet – der Zeitraum dafür bleibt jedoch klein.

Die aussichtsreichste Phase liegt eher um die Monatsmitte, nahe seiner größten Erdnähe am oder um den 17. Februar. Dann wächst sein Winkelabstand zur Sonne, und damit wird er am Abendhimmel von der Nordhalbkugel aus etwas besser zugänglich. Für die Monatsmitte werden etwa +7 bis 8 mag erwartet – das heißt: ein mittelgroßes Teleskop oder ein gutes Fernglas unter dunklem Himmel, um seine schwache, diffuse Koma zu erkennen. Auch dann bleibt er sehr tief im Südwesten, grob etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang, und steigt nicht wirklich hoch. Am ehesten klappt es von einem Platz mit freiem Horizont und möglichst wenig Lichtverschmutzung.

Gegen Ende Februar verblasst C/2024 E1 weiter, während er sich sowohl von der Sonne als auch von der Erde entfernt. Die Prognosen liegen dann eher bei +9 bis +10 mag – und dazu steht er am Abend noch tiefer, nahe dem Südwesthorizont gegen Ende der bürgerlichen Dämmerung. Der Komet wandert zwar weiter nach Norden, wird dabei aber deutlich schwächer, was die Sichtung zusätzlich erschwert.

Himmelsposition von C/2024 E1 (Wierzchos) am Ende der bürgerlichen Dämmerung, 28. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Himmelsposition von C/2024 E1 (Wierzchos) am Ende der bürgerlichen Dämmerung, 28. Februar. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Meteore

Im Februar gibt es keine größeren Meteorströme. Unter klarem Himmel kann man zwar etwa einmal pro Stunde einen sporadischen Meteor sehen – diese „Sternschnuppen“ können aber aus jeder Richtung am Himmel auftauchen.


Deep-Sky-Highlights in Zwillinge und Krebs

Zwillinge und Krebs. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Zwillinge und Krebs. Erstellt mit SkySafari 6 für Mac OS X, ©2010–2016 Simulation Curriculum Corp., skysafariastronomy.com.

Zwillinge und Krebs sind zwei „Nachbarn“ unter den Tierkreissternbildern – und zusammen bieten sie eine ganze Palette sehr unterschiedlicher Ziele. Einige davon sind im Fernglas oder mit kleineren Teleskopen besonders leicht zu sehen.

Die Zwillinge liegen von den beiden Sternbildern weiter westlich – dort starten wir also. Am naheliegendsten sind natürlich die beiden markanten „Zwillingssterne“ Castor und Pollux, Alpha bzw. Beta Geminorum. Interessanterweise ist Pollux (Beta) tatsächlich heller als Castor (Alpha). Manchmal wird vermutet, dass Castor zur Zeit, als Bayer im 17. Jahrhundert seine Helligkeitsklassifikation festlegte, noch der hellere der beiden gewesen sei – das gilt jedoch als äußerst unwahrscheinlich.

Castor ist ein schönes Doppelsternsystem und mit kleinen Instrumenten ein leichter Fang. Die beiden Hauptkomponenten A und B haben etwa +2,0 bzw. +2,9 mag; aktuell gehen sie weiter auseinander und stehen rund 4,5–5 Bogensekunden voneinander entfernt. Castors Doppelsternnatur wurde 1678 von Cassini entdeckt (bekannt u. a. durch die Cassini-Teilung in Saturns Ringen) – und Castor gilt als das erste gravitativ gebundene Objekt, das jenseits des Sonnensystems als solches erkannt wurde. Der Umlauf von Castor A und B um ihren gemeinsamen Schwerpunkt dauert etwa 467 Jahre. Beide Sterne sind allerdings selbst wiederum Doppelsterne, jeweils mit deutlich lichtschwächeren M-Zwerg-Begleitern. Zusätzlich gibt es im System noch ein weiteres, gravitativ gebundenes Paar von M-Sternen. Castor ist damit nicht nur ein Doppelstern, sondern ein Sechsfachsystem – eine beachtliche Sternsammlung! Leider sind in Amateurinstrumenten nur die beiden hellen Hauptkomponenten direkt beobachtbar.

Im Westen der Zwillinge findet sich M35.  M35 ist ein auffälliger offener Sternhaufen (rund +5 mag), der sich schon mit kleinen Teleskopen und im Fernglas leicht aufspüren lässt – von einem ordentlich dunklen Standort aus ist er sogar mit bloßem Auge zu erkennen.  Man sieht deutlich über 100 Sterne (etwa 6.–13. Größenklasse). Erstmals erwähnt wurde M35 1745 vom Astronomen Philippe Loys de Cheseaux.  John Bevis nahm ihn 1750 in seine Uranographica Britannica auf, und Messier katalogisierte M35 1764 – wobei er Bevis die Entdeckung zuschrieb.

Viele der über 100 sichtbaren Sterne gehören zu den Spektraltypen G und K – also grob sonnenähnlich –, wirken aber im Mittel deutlich „entwickelter“ als typische Hauptreihensterne. Das Alter von M35 wird auf rund 100 Millionen Jahre geschätzt, also ähnlich wie das nahe M45 (die Plejaden). Gleichzeitig scheint die stellare Entwicklung in M35 weiter fortgeschritten zu sein. Ist M35 also in Wahrheit älter – oder sind die Plejaden vielleicht jünger? Um diese Fragen zu klären, braucht es weitere Beobachtungen und Modelle.

Im Hintergrund von M35 liegt der schwächere offene Sternhaufen NGC 2158 (rund +8 mag). Er ist mit etwa 2800 Lichtjahren fast sechsmal weiter entfernt als M35. Zusätzlich gibt es noch den etwas schwächeren und kompakteren Haufen IC 2157 (+8,4 mag). Damit ist das ein ausgesprochen reiches Feld für ausgedehnte Streifzüge – mit fast jeder Art optischer Hilfe.

M35 & NGC2158. Bildnachweis: Kerin Smith

M35 & NGC2158. Bildnachweis: Kerin Smith

 Weiter ostwärts, gut 2 1/3 Grad östlich von Wasat (Delta Geminorum), wartet ein echter Klassiker: der Eskimonebel NGC 2392. Dieser planetarische Nebel soll an den Kopf eines Eskimos erinnern, umrahmt von der „Fellkapuze“ einer arktischen Parka-Jacke. Mit etwa 0,8 Bogenminuten Durchmesser ist er recht kompakt (ungefähr zwei Drittel der Größe des Ringnebels M57) und mit +9,19 mag zwar nicht besonders hell – durch seine geringe Ausdehnung hat er aber eine hohe Flächenhelligkeit und verträgt Vergrößerung sehr gut.  Entdeckt wurde er 1787 von William Herschel; dass er nicht schon früher aufgefallen ist, liegt wahrscheinlich einfach an seiner kleinen scheinbaren Größe. Mit OIII-Filtern treten die zwei „Stufen“ des Objekts besonders schön hervor: die zarte äußere Hülle und das deutlich hellere, leuchtende Innere. Größere Instrumente zeigen im inneren Bereich noch mehr von der komplexen Struktur – eine radiale Doppelhülle aus expandierendem Gas sowie feine Strukturen, die durch kosmische Winde vom Zentralstern geformt werden. Der Zentralstern selbst liegt bei etwa +10,5 mag und ist in den meisten Instrumenten relativ leicht auszumachen.  Die Entfernung des Nebels wird auf etwa 2800–3000 Lichtjahre geschätzt.

Der Eskimonebel, Hubble-Aufnahme. Bildnachweis: NASA/ESA. Public Domain.

Der Eskimonebel, Hubble-Aufnahme. Bildnachweis: NASA/ESA. Public Domain.

Südlich vom Eskimonebel wartet ein weiteres, älteres, größeres und deutlich schwächeres Objekt: der Medusanebel (Abell 21). Während der Eskimo kompakt und vergleichsweise hell ist, ist die Medusa großflächig – mit rund 10 Bogenminuten Durchmesser etwa ein Drittel des Vollmonds. Um sie visuell zu sehen, braucht es in der Regel Teleskope ab 8 Zoll Öffnung, einen guten OIII-Filter und einen wirklich dunklen Standort. Zwar ist sie mit +10,19 mag katalogisiert, doch das Licht verteilt sich über eine große Fläche – ihre „Magie“ zeigt sich daher besonders in länger belichteter Astrofotografie. Für Aufnahmen empfiehlt sich ein Teleskop mit moderater Öffnung sowie eine stabile parallaktische Montierung, die sich autoguiden lässt. Auf Bildern werden dann die schlangenartigen Nebelfilamente sichtbar, die diesem geheimnisvollen Objekt seinen Namen geben – benannt nach Medusa, der Gorgone mit Schlangenhaaren aus der griechischen Mythologie. Ihr Blick soll Menschen zu Stein erstarren lassen; der Blick auf diesen Nebel durchs Teleskop ist zum Glück deutlich angenehmer… Die Medusa ist etwa halb so weit entfernt wie der Eskimonebel: rund 1500 Lichtjahre, bei einem Durchmesser von etwa 4 Lichtjahren. Lange war man sich über die Natur des Objekts uneins: George Abell, der Entdecker, hielt es für einen alten planetarischen Nebel, während andere aufgrund der unregelmäßigen Form eher an einen Supernova-Überrest dachten. Schmalbandaufnahmen haben inzwischen die wahre Ausdehnung der helikalen, „sanduhrenartigen“ Struktur gezeigt – was es deutlich wahrscheinlicher macht, dass es sich (wie Abell ursprünglich vermutete) tatsächlich um einen planetarischen Nebel handelt.

Der Medusanebel. Bildnachweis: Joel Schuman, Mt Lemmon Observatory, Creative Commons.

Der Medusanebel. Bildnachweis: Joel Schuman, Mt Lemmon Observatory, Creative Commons.

Gehen wir weiter nach Osten, landen wir beim benachbarten Krebs – mit ein paar spannenden Zielen für Deep-Sky-Fans. Der Krebs ist klein und eher lichtschwach, wirklich helle Sterne gibt es dort nicht. Die Zwillinge dagegen sind auffällig und leicht zu finden – selbst unter lichtverschmutztem Himmel.

Der Krebs ist, wie gesagt, kein besonders markantes Sternbild: Seine Sterne sind kaum heller als mag 3. Von den Hauptsternen ist Iota Cancri für Amateurbeobachter wohl der interessanteste. Er markiert den nördlichsten Punkt des „Haupt-Krebses“ und ist ein Doppelstern mit etwa +4,01 und +6,57 mag. Der Hauptstern ist gelb (Spektraltyp G), der Begleiter weiß (A-Typ, Hauptreihe). Mit rund 30 Bogensekunden Abstand ist das ein leichtes und zugleich hübsches Paar für kleinere Teleskope. Der Abstand hat sich seit über einem Jahrhundert kaum verändert, dennoch gilt als gesichert, dass beide Sterne zusammengehören. Die Umlaufzeit wird auf über 65.000 Jahre geschätzt.

Rund neun Grad südlich von Iota Cancri liegt eines der Schmuckstücke am Himmel: der helle, weit ausgedehnte offene Sternhaufen M44 – der Beehive (Bienenkorb) oder Praesepe. Mit +3,09 mag ist er von einem geeigneten Beobachtungsplatz aus leicht mit bloßem Auge zu sehen, und mit über einem Grad Ausdehnung kaum zu übersehen. Schon in der Antike war M44 bekannt: Bei den alten Griechen hieß er „Phatne“ („die Krippe“; Praesepe ist die latinierte Übersetzung), und die erste datierbare literarische Erwähnung stammt aus dem Jahr 260 v. Chr., als der Dichter Aratos ihn als „kleinen Nebel“ beschrieb. M44 war außerdem in Hipparchos’ Sternkatalog um 130 v. Chr. enthalten. Der Name „Bienenkorb“ passt dabei erstaunlich gut – das Zentrum wirkt wie eine Art natürliches „Nest“, mit den Außensternen als „Bienen“, die darum herum schwirren.

Praesepe (M44/NGC2632), Stuart Heggie – https://www.jpl.nasa.gov/spaceimages/details.php?id=PIA15801. Reproduziert unter Creative-Commons-Lizenz.

Praesepe (M44/NGC2632), Stuart Heggie – https://www.jpl.nasa.gov/spaceimages/details.php?id=PIA15801. Reproduziert unter Creative-Commons-Lizenz.  

Mit über 1000 Einzelsternen (mehr als 75 davon sind schon in den kleinsten Amateurinstrumenten sichtbar) weist M44 eine gemeinsame Eigenbewegung mit den Hyaden im benachbarten Stier auf – was auf einen gemeinsamen Ursprung hindeuten könnte. Auch das Alter scheint ähnlich (etwa 600–730 Millionen Jahre).  Der Bienenkorb ist rund 570–610 Lichtjahre entfernt und wird auf etwa 12 Lichtjahre Durchmesser geschätzt (seine gravitative „Einflusssphäre“ reicht allerdings deutlich weiter).  Diesen Sternhaufen sollte wirklich jeder einmal gesehen haben – schon mit einem bescheidenen Fernglas ist er ein Genuss.  Und auch fotografisch ist er dank der Mischung an Sternfarben ein sehr schönes Motiv.

Etwa acht Grad südöstlich des Bienenkorbs findet sich ein weiterer offener Sternhaufen: M67.  Er ist schwächer und kompakter als M44 (+6,90 mag bei rund 25 Bogenminuten), aber auf seine Art mindestens genauso reizvoll.  Entdeckt wurde M67 Ende der 1770er Jahre von Johann Koelner, Messier nahm ihn 1780 in seinen Katalog auf.

M67 von Thomas Jäger. Reproduziert unter Creative-Commons-Lizenz. Besuchen Sie Thomas’ Website.

M67 von Thomas Jäger. Reproduziert unter Creative-Commons-Lizenz.  Besuchen Sie Thomas’ Website.

Zu sehen sind rund 100 oder so Mitglieder (bei insgesamt über 500 Sternen). Viele davon sind der Sonne in ihrer Klasse ähnlich – und M67 zählt zu den ältesten offenen Sternhaufen unserer Galaxis.  Man vermutet ein Alter von etwa 4 Milliarden Jahren, also fast so alt wie unsere Sonne, bei einer Entfernung von rund 3000 Lichtjahren.  Auffällig ist, dass M67 auch einige „Blue Stragglers“ enthält – Sterne, die dort streng genommen eigentlich nicht zu erwarten wären.  Ob diese während der Wanderung von M67 durch die Milchstraße eingefangen wurden (oder nicht), ist bis heute nicht endgültig geklärt.  Mit etwas höherer Vergrößerung lassen sich in M67 zudem beeindruckende Sternketten auflösen.  Ein wirklich schönes Objekt.

Weiter südöstlich (knapp 7 Grad) folgt – als deutlich anspruchsvolleres Ziel – die hübsche Spiralgalaxie NGC 2775.  Mit +10,10 mag wirkt sie auf dem Papier nicht spektakulär, ist aber mit 4,3 × 3,3 Bogenminuten kompakt und besitzt einen vergleichsweise hellen Kern.  NGC 2775 ist rund 60 Millionen Lichtjahre entfernt und zeigt eine ungewöhnliche Mischung aus Spiralstruktur und großem, eher elliptisch wirkendem Zentralbereich, der von ausgeprägten Wasserstoffregionen umgeben ist.  Die Außenarme sind sehr fein strukturiert – das kommt allerdings vor allem in lang belichteten Aufnahmen richtig zur Geltung. Für die visuelle Beobachtung braucht NGC 2775 schon ein etwas größeres Teleskop; mit großer Öffnung lässt sich gelegentlich sogar eine Wechselwirkung mit Materialströmen von NGC 2777 erahnen, das gravitativ mit dem größeren Nachbarn interagiert. Und obwohl es ein anspruchsvolles Objekt ist: Seit Mitte der 1980er Jahre wurden in NGC 2775 fünf Supernovae beobachtet – wer weiß, was sich dort noch zeigt?

NGC2775, Copyright Adam Block/Mount Lemmon SkyCenter/University of Arizona. Reproduziert unter Creative-Commons-Lizenz.

NGC2775, Copyright Adam Block/Mount Lemmon SkyCenter/University of Arizona.  Reproduziert unter Creative-Commons-Lizenz. 

Der Krebs enthält eine ganze Reihe von Galaxien im Bereich +12 bis +14 mag. Weil das Sternbild so nahe an den Galaxiengruppen in Löwe, Kleiner Löwe und Hydra liegt, könnte man vermuten, dass auch die Krebs-Galaxien gravitativ zusammengehören.  Untersuchungen der Bewegungen auf Basis von Spektralverschiebungen zeigen jedoch, dass diese Galaxien nicht miteinander verwandt sind. Trotzdem gibt es im Krebs für Besitzer großer Teleskope und für Astrofotografie reichlich zu entdecken – auch wenn viele dieser Objekte anspruchsvoll sind und nicht ganz so leicht zugänglich wie die Galaxien im benachbarten Löwen.